Kommt es tatsächlich zu einem Hurricane, erhält der Nutzende Geld. Damit können dann wiederum Schäden beglichen werden.
Gibt es keinen Hurricane, ist das Geld verspielt. In den USA gibt es bisher keine Regulationen in der Nutzung von Prognosemärkten.
Gallen und Direktor am Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung der Universität Kassel. Wenn viele Menschen auf den Eintritt eines Ereignisses wetten, ist das ein Hinweis dafür, wie die Gesellschaft die Wahrscheinlichkeit dieses Ereignisses einschätzt. In manchen Bereichen wird das Wettverhalten schon heute systematisch ausgewertet. Finanzanalysten orientieren sich bereits an den Prognosen, so Wirtschaftsinformatiker Leimeister. “Wenn viele Einschätzungen in einer großen Anzahl von Fällen im Durchschnitt betrachtet werden, dann kann dies besser als viele Experteneinschätzungen sein.” Auch für die Vorabeinschätzung von Wahlergebnissen seien Prediction Markets ein relevantes Beurteilungsmittel.
Im Fall der zweiten Wahl des US-Präsidenten Donald Trump war die Prognose auf “Polymarket” am Ende sogar präziser als Umfragen. Dennoch sollten Prognosemärkte nicht als "Glaskugel“ für jegliches Zukunftsereignis verstanden werden, warnt Martin Spann. Er ist Institutsdirektor für E-Commerce und Digitale Märkte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Vielmehr müssen Nutzerinnen und Nutzer die Aussagekraft der Wetten selbst gewichten. So kann auch die Interaktion von Nutzenden bet wettanbieter ohne oasis erfahrungen das Stimmungsbild verzerren.
Wird beispielsweise kommentiert, warum Geld auf ein bestimmtes Ereignis gesetzt wird, kann das andere Nutzende dazu verleiten, ebenfalls auf das Ereignis zu wetten. Auch können hohe Geldsummen die Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Ereignis lenken, auf das dann möglicherweise vermehrt gewettet wird. Experten befürchten sogar, dass dieses Wettverhalten in Zukunft Einfluss auf die Realität nehmen könnte. So könnte zum Beispiel ein Oppositioneller hohe Summen auf den Sturz eines Regimes wetten. Diese Wette könnte Aufsehen in der Gesellschaft erregen, und als Insidertipp für einen möglichen Sturz gewertet werden. Aktuell läuft dort allerdings ein Gesetzgebungsverfahren, um Insiderhandel einzudämmen. In Deutschland zählt das Wetten auf Prognosemärkten als Glücksspiel und ist reguliert. “Polymarket” und “Kalshi” stehen nicht auf der White-List der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und sind damit illegal. Dennoch können sich Nutzende in Deutschland einloggen und auf Ereignisse Geld setzen. Inwiefern es vertretbar ist, auf tödliche oder Katastrophenereignisse zu wetten, muss jeder Nutzende selbst entscheiden. Aus rechtlicher Sicht machen sich User dabei aber strafbar - auch bei Wetten auf politische Fragen oder wissenschaftliche Themen. Wirtschaftsinformatiker Leimeister und E-Commerce-Experte Spann sind sich einig: Prediction Markets seien eine zusätzliche Informationsquelle, die genutzt werden kann, aber nicht muss. Offen bleibt, ob diese Märkte künftig gesellschaftspolitischen Einfluss nehmen werden oder ein Nischeninstrument für Investierende bleiben. All das sind skurrile Wetten bei Polymarket.com.
April überholt von der Frage, ob es eine Waffenruhe geben werde – nachdem Trump gedroht hatte: „Eine ganze Zivilisation wird heute sterben.“ Insgesamt wurden Dune zufolge zwischen Sonntag, dem 5. April, und Mittwoch, dem 8. April, 413 Millionen Wetten für mehr als 100 Million Dollar abgeschlossen. Die Krypto-Firma bezeichnete Trump, der am 8. April eine Waffenruhe verkündet hatte, in einem Bericht als „Unvorhersehbarkeits-Maschine“ und äußerte Erstaunen darüber, wie dessen Stil des „Regierens per Tweet“ die Umsätze ankurbele.
Die Frage, ob der Sohn des Präsidenten Profit aus einem Unternehmen ziehen sollte, das mit den Handlungen seines Vaters Geschäfte macht, bezeichnete ein Sprecher von Trump Jr. habe keine Schnittstelle zur US-Regierung und keinen Einfluss auf deren Politik in Zusammenhang mit Prognoseplattformen, betonte der Sprecher Andrew Surabian. Die Plattformen haben seit Trumps Wiederwahl im November 2024 stark an Popularität gewonnen. Ein Grund dafür ist, dass sie seinen klaren Sieg, anders als viele Fachleute, korrekt vorhergesagt hatten. Seitdem geht die Trump-Regierung gegen US-Bundesstaaten vor, die im Rahmen von Glücksspielgesetzen Prognoseplattformen verbieten wollen.
Der Chef der obersten Regulierungsbehörde für die Branche bewarb das Geschäft sogar öffentlich und bezeichnete in einem Gastbeitrag für das „Wall Street Journal“ die Online-Wetten als „aufregende Produkte“. Besonders profitiert hat Polymarket, das 2022 wegen Verstoßes gegen Vorschriften landesweit verboten worden war und erst seit kurzem wieder erlaubt ist. Der Wert des Unternehmens verzehnfachte sich nach Angaben der Forschungsfirma PitchBook innerhalb von acht Monaten auf heute 9,6 Milliarden Dollar – seit zuletzt ein Risikokapitalfonds investiert hatte, an dem Trump Jr. Inwiefern der Sohn des Präsidenten Nutzen an der Wertsteigerung zieht, ist unklar, da Polymarket als nicht börsennotiertes Unternehmen keine Angaben zu den Beteiligungsverhältnissen veröffentlicht. Was wäre, wenn man mit einer Wette auf einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran Geld verdienen könnte? Auf der Plattform gibt es aber auch politisch brisante Wetten wie: Wann werden US-Bodentruppen im Iran einmarschieren? Oder: Wird Zelensky 2026 als ukrainischer Präsident abtreten?
All diese Wetten haben ein Volumen von mehreren Millionen US-Dollar. Das Konzept stammt ursprünglich aus der Wirtschaftswissenschaft und ist bekannt für seine Genauigkeit. Dadurch ist Polymarket in den USA auch bekannt geworden: Die Prognose war bei der zweiten Trump-Wahl präziser als Umfragen. Millionengewinne mit Aktien, Öl oder Wetten auf geopolitische Ereignisse – immer wieder kommt es zu auffälligen Finanzgeschäften im Zusammenhang mit Entscheidungen von US-Präsident Trump.
Ein noch fiktives Szenario, das Sorgen macht: “Das kann dann Züge einer selbsterfüllenden Prophezeiung haben”, so der Wirtschaftsinformatiker Leimeister. Mit hohen Summen wird auch dann gewettet, wenn Insider bereits Hinweise über den Ausgang eines Ereignisses haben – zum Beispiel, „wenn ich darauf wetten würde, dass irgendjemand bei Ihnen 100.000 Euro vor die Tür legt, und ich würde das selbst tun“, beschreibt Leimeister. In diesem Fall ist von Insiderhandel die Rede. Eine Person weiß mehr als andere und kann sich dadurch einen Vorteil verschaffen. Der Wirtschaftsinformatiker Leimeister sieht in Prognosemärkten trotz der Risiken Potenzial: auch für die Wissenschaft. Oder gibt es Profiteure, die mehr wissen als andere?
Das Prinzip von Polymarket ist: Nutzer kaufen Ja- oder Nein-Anteile, ob ein Ereignis eintritt. Wenn es eintritt, ist jeder Ja-Anteil einen Dollar wert. Tritt es nicht ein, ist der Ja-Anteil wertlos. Die Anteile werden wie Aktien an der Börse gehandelt – Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, der zwischen 0 Cent und 1 US-Dollar liegt.
| Debattenfeld | Pro-Argumente (Liberalisierung) | Contra-Argumente (Restriktion) | Aktueller Stand in DE |
|---|---|---|---|
| Sportwetten-Werbung | Informiert über legale Anbieter, lenkt vom illegalen Markt ab | Fördert Spielsucht, normalisiert Glücksspiel, zielt auf Jugendliche | Beschränkt erlaubt (21-5 Uhr Sendeverbot), Diskussion um Totalverbot |
| Einsatz- und Verlustobergrenzen | Bürokratisch, paternalistisch, umgehbar über illegale Seiten | Effektives Mittel zum Spielerschutz, begrenzt finanzielle Schäden | 1.000 € monatliche Obergrenze im GlüStV, technische Umsetzung umstritten |
| Lizenzvergabe und -kosten | Hohe Gebühren schrecken legale Anbieter ab, fördern Graumarkt | Hohe Hürden filtern seriöse Anbieter, finanzieren Kontrollen | Mehrjährige Lizenz für ca. 5-10 Mio. €, Kritik an Höhe |
Der aktuelle Preis, zu dem ein Anteil gekauft wird, stellt dann die Wahrscheinlichkeit dar, ob das Ereignis eintritt oder nicht. Innerhalb kurzer Zeit verwandelte sich Polymarket in einen Milliardenkonzern durch massive Investments. 2024 kommen siebzig Millionen US-Dollar von Tech-Milliardär Peter Thiel, im Juni 2025 folgen weitere 200 Millionen.
Im Oktober steigt sogar die Muttergesellschaft der New Yorker Börse mit zwei Milliarden Dollar ein. Der aktuelle Unternehmenswert liegt zwischen neun und zwölf Milliarden Dollar. Der zweite große Prognosemarkt neben Polymarket ist Kalshi.
Oder mit der Annahme, dass dieses Jahr noch ein Meteorit einschlagen wird? Auf solche Ereignisse lässt sich online wetten. Das geht in sogenannten Prognosemärkten, auf Englisch: "Prediction Markets". Plattformen wie "Polymarket" oder "Kalshi" boomen in den USA. Besonders im Konflikt um den Iran sind aktuell hohe Summen im Spiel.
Zu der Frage, ob das iranische Regime bis Ende des Monats fallen wird, laufen derzeit Wetten im Millionenbereich. Auch in Deutschland interessieren sich immer mehr Menschen für die Zukunftswetten - obwohl sie hierzulande illegal sind. In Prognosemärkten können Nutzende ihr Geld auf Zukunftsereignisse setzen. Ein Beispiel: Person X wettet, dass Friedrich Merz vor 2027 kein Kanzler mehr sein wird. Die Person kann Anteile des Ereignisses kaufen.
Tritt das Ereignis ein, erhält sie Geld - ähnlich wie bei Sportwetten. Neu ist, wie vielfältig das Angebot von Wettereignissen ist. Dass mittlerweile auf Ereignisse wie Krieg und Wahlen gewettet werden kann, liefert auch eine Art Barometer der öffentlichen Meinung. "Das ist spannend, weil man aufgrund der vielen unterschiedlichen Akteure oder Teilnehmer auf den Marktplätzen sowas wie die ‘Weisheit der Massen’ zu vielen jetzt gerade passierenden Themen beobachten kann”, erklärt Jan Marco Leimeister. Er ist Institutsdirektor für Wirtschaftsinformatik an der Universität St. In den USA ist Kalshi in eine Trading-App integriert. Wetten funktioniert so ganz nebenbei, wenn die Nutzer gerade Aktien oder ETFs handeln. Und auch die Wettanteile lassen sich jederzeit zum aktuellen Marktpreis wieder verkaufen. Die Grenze zwischen Investieren und Wetten verschwimmt. Wetten sind im Vergleich zu Aktien aber zeitlich begrenzt. Außerdem sind sie ein Nullsummen-Spiel: Wenn jemand gewinnt, verliert zwangsläufig eine andere Person. Und damit ist es mehr Glücksspiel als Investieren. In Deutschland sind Prognosemärkte deswegen auch als illegales Glücksspiel verboten.
So könne man Prediction Markets in Zukunft für die Verteilung von Forschungsbudgets nutzen. Sie bieten eine Möglichkeit, um einzuschätzen, wie relevant Untersuchungsansätze sind oder welche Prioritäten in der Forschung gesetzt werden sollten. Prognosemärkte könnten laut Leimeister künftig aber auch zur finanziellen Absicherung dienen. Jemand, der in einem Hurricane-Gebiet wohnt, könne zum Beispiel bei “Polymarket” auf den Eintritt eines Hurricanes wetten. Die Wette dient als eine bet tipico konto löschen guthaben Art Versicherung, wenn eine normale Versicherung zu teuer wäre.
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