Private Wetten: Rechtliche Einordnung, Steuern und Tipps

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Hauptkriterium ist, dass der Gewinn zufällig erfolgt und nicht von einer erbrachten Leistung abhängig ist.

Antwort von Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Das bedeutet: Veranstalter von Sportwetten, Lotterien oder Online-Automatenspielen sind verpflichtet, ihre Umsätze zu versteuern. Die Steuer wird dabei in der Regel auf die Einsätze erhoben, nicht auf die Gewinne. Indirekt können jedoch auch Spielende betroffen sein, etwa wenn sich die Anbieter diese Abgaben über Gebühren oder schlechtere Auszahlungsquoten refinanzieren. Seit der Legalisierung bestimmter Online-Angebote hat sich die Steuerlandschaft verschärft. Anbieter von Online-Poker, virtuellen Automatenspielen oder digitalen Casinospielen unterliegen der sogenannten virtuellen Spielautomatensteuer.

Finanzamt Frankfurt am Main

Sie beträgt fünf Prozent auf den Einsatz. Wenn ein Online Casino Echtgeld-Gewinne ausschüttet, ist es verpflichtet, die Steuer für den vorher getätigten Einsatz abzuführen – unabhängig davon, ob der Spielende am Ende gewinnt oder verliert. Für die Spielenden kann sich das in einer geringeren theoretischen Auszahlungsquote bemerkbar machen. Für Lotterien und Sportwetten gelten spezifische steuerliche Regelungen, die sich hinsichtlich Höhe und Erhebungsart unterscheiden. Lotterien, zu denen beispielsweise die staatliche Lottoziehung oder Sonderverlosungen zählen, unterliegen einem festen Steuersatz von 16,66 Prozent auf den Einsatz.

Sind Gewinne aus Casinos oder Sportwetten steuerfrei?

Das bedeutet: Von jedem Euro, den Teilnehmende investieren, fließt rund ein Sechstel direkt an den Staat. Diese Steuer wird von den Veranstaltern abgeführt, meist ohne dass Spielende sie bewusst wahrnehmen – der Ticketpreis beinhaltet die Steuer bereits. Bei Sportwetten liegt der Steuersatz mit fünf Prozent deutlich niedriger, wird aber in der Praxis oft spürbarer. Auch hier sind die Anbieter verpflichtet, die Steuer auf jeden Wetteinsatz an das Finanzamt zu entrichten. Um wirtschaftlich arbeiten zu können, geben viele Wettanbieter diesen steuerlichen Aufwand in Form von Gebühren oder schlechteren Quoten an die Nutzer:innen weiter. Lotto- oder Glücksspieler geben einen Tipp ab oder spielen am Automaten und verlassen sich rein auf ihr Glück. Sie brauchen weder ein besonderes Talent noch müssen sie für den Gewinn arbeiten.

Vorsicht Falle: Hierauf musst du achten

Wer in irgendeiner Form mit Glücksspielen zu tun hat, sollte die steuerlichen Regeln und Zuständigkeiten kennen – sei es als Betreiber, gelegentlicher Spielteilnehmer oder auch als Influencer mit Glücksspiel-Content. Denn neben der gesetzlichen Pflicht zur Abgabe können sich auch wirtschaftliche und rechtliche Folgen ergeben, wenn Steueraspekte unbeachtet bleiben. In einem Markt, der sich stetig verändert, bleibt steuerliche Klarheit ein entscheidender Faktor. Ob mit sechs Kreuzen beim Lotto, der Wette auf ein bestimmtes Pferd oder einem hohen Einsatz beim Poker – viele Menschen hoffen durch Glücksspiel auf den großen Gewinn. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, die sechs Richtigen zu tippen, sehr klein ist, gewinnt einer immer: der Staat.

Müssen Sportwetten Gewinne versteuert werden?

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, nahmen die öffentlichen Kassen im Jahr 2023 rund 2,48 Milliarden Euro Steuern aus Lotto, Sportwetten, Online-Poker und anderen Glücksspielen ein. Das waren 3,6 % weniger als ein Jahr zuvor und der erste Rückgang nach zuletzt stetig steigenden Einnahmen. Im Zehnjahresvergleich lagen die staatlichen Einnahmen aus Glücksspiel im Jahr 2023 um 51,5 % höher als im Jahr 2013 mit 1,64 Milliarden Euro. Mehr Einnahmen durch Lotteriesteuer: +5,8 % gegenüber Vorjahr Ertragreichste staatliche Einnahmequelle beim Glücksspiel war im Jahr 2023 die Lotteriesteuer mit rund 1,77 Milliarden Euro und einem Anteil von 71 % an den Steuereinahmen aus Glücksspiel insgesamt. Damit stiegen im Vergleich zum Jahr 2022 die staatlichen Einnahmen aus der Lotteriesteuer um 5,8 %, im Zehnjahresvergleich um 22,3 %.

Lotto spielen in der Tippgemeinschaft

Weniger Steuereinnahmen als im Vorjahr durch Sportwetten (-5,2 %), virtuelles Automatenspiel (-38,5 %) und Online-Poker (-7,5 %) Die steuerlichen Einnahmen aus Sportwetten gingen im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro zurück. Allerdings waren sie damit mehr als doppelt so hoch (+116,8 %) wie zehn Jahre zuvor. Im Jahr 2013 erzielte der Staat mit der seit dem 1. Juli 2012 geltenden Sportwettsteuer Einnahmen in Höhe von 189 Millionen Euro. Den deutlichsten Rückgang der Steuereinnahmen gegenüber dem Vorjahr gab es im Jahr 2023 bei der virtuellen Automatensteuer (-38,5 %). Das Umsatzsteuergesetz in Deutschland beschreibt, dass sämtliche Gewinne, die unter das Lotterie- und Rennwettgesetz fallen, steuerfrei sind.

Prüfpunkt Fragestellung des Finanzamts Risiko für Spieler Empfohlene Vorbereitung
Gewerblichkeit Liegt eine nachhaltige, planmäßige Tätigkeit vor? Nachversteuerung + Zinsen Dokumentation der privaten Intention
Höhe der Einnahmen Werden alle Gewinne vollständig angegeben? Steuerhinterziehungsvorwurf Vollständige Kontoauszüge vorhalten
Abzugsfähige Kosten Sind abgesetzte Kosten (Internet, Fachliteratur) betrieblich veranlasst? Kürzung der Werbungskosten Kosten klar zuordnen und belegen
Verlustverrechnung Sind Verluste aus Vorjahren korrekt vorgetragen? Verlust des Verlustvortrags Verlustfeststellungsbescheide aufbewahren

Voraussetzung ist, dass der Betreiber in einem EU-Land Steuern entrichtet, was bei lizenzierten Anbietern aus Deutschland der Fall ist.

  • Private Gewinne müssen nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.
  • Bei Kontoeinzügen größerer Summen kann die Bank eine Mitteilung an das Finanzamt machen.
  • Es ist ratsam, Gewinnauszahlungen und Einsätze für den eigenen Überblick zu dokumentieren.
  • Bei Fragen zur Steuerpflicht sollte ein Steuerberater konsultiert werden.

Bei regelmäßigen Gewinnen kann das Finanzamt seine Einstufung ändern und den Spieler zum Berufsspieler erklären.

Online-Casino: Gewinne müssen nicht versteuert werden

Was ist mit Profis, die mit Sportwetten Geld verdienen und so ihren Lebensunterhalt sichern? Es gibt Ausnahmen, die fast immer als fallbezogene Entscheidung festgelegt werden. In Deutschland gibt es sieben Einkunftsarten, für die Einkommensteuer entrichtet werden muss. Glücksspielgewinne lassen sich keiner der sieben Gruppen zuordnen, folglich stellen sie kein Einkommen dar. Ob ein Gewinn als solcher definiert wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In diesem Fall wird davon ausgegangen, dass ein besonderes Talent vorliegt und zur Erzielung von Einkommen in Form von Gewinnen genutzt wird. Praktisch passiert das bei Pokerspielern, da es hier nicht nur aufs Glück, sondern auch auf Strategie ankommt. Eher seltener, aber auch denkbar, ist die Einstufung als Berufsspieler im Wettgeschäft.

Muss ich das Sportwetten Startguthaben versteuern?

Rund 264 Millionen Euro nahmen die öffentlichen Kassen 2023 durch die virtuelle Automatensteuer ein. Im Jahr 2022 waren es noch 430 Millionen Euro. Die Steuereinnahmen aus Online-Poker gingen im Vorjahresvergleich um 7,5 % zurück: Von 33 Millionen Euro im Jahr 2022 auf 30 Millionen Euro im Jahr 2023. Virtuelles Automatenspiel und Online-Poker werden seit dem 1. Juli 2021 besteuert, damals trat der Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland in Kraft.

Private Wettgewinne Versteuern

Das Lotterierecht in Deutschland – und damit auch die Rennwett- und Lotteriesteuer – ist Ländersache. Das heißt, die Einnahmen stehen den bet internet sportwetten neue anbieter ohne oasis Bundesländern zu. Den größten Anteil an den Einnahmen hatte 2023 mit 22 % das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen (535 Millionen Euro). Darauf folgte Bayern mit 14 % (350 Millionen Euro) sowie Baden-Württemberg mit 12 % (300 Millionen Euro). Weitere Ergebnisse und methodische Hinweise finden sich auf der Themenseite "Steuereinnahmen" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.

Sind Gewinne aus Online-Poker steuerpflichtig?

Basisdaten und lange Zeitreihen können über die Tabellen 71211 in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden. Steuereinnahmen sind für den deutschen Staat von großer Bedeutung. Für den Bürger spielen neben Gewerbe- und Umsatzsteuer vor allem Einkommenssteuern eine wichtige Rolle. Die Höhe richtet sich nach dem Einkommen und der Steuerklasse. Potenzielle Einnahmen lässt sich der Staat durch die Tatsache entgehen, dass Glücksspielgewinne in Deutschland steuerfrei sind. Basieren wiederholte Gewinne nicht ausschließlich auf Glück, sondern auf der Fähigkeit zur Analyse des Marktes, ist eine (nachträgliche) Steuerpflichtigkeit nicht auszuschließen.

Spielerstatus Abzugsfähigkeit der Verluste Verrechnung mit Gewinnen Besonderheiten
Privatspieler Nein Nicht möglich Verluste mindern nicht die Steuerlast.
Gewerblicher Spieler Ja (Betriebsausgaben) Mit steuerpflichtigen Gewinnen verrechenbar Kann zu Verlustvortrag führen.
Profispieler (selbständig) Ja (Werbungskosten) Mit Einnahmen aus der Tätigkeit verrechenbar Bei negativem Gesamtergebnis: Verlustfeststellung.

Es gab in der Vergangenheit vor allem in der Pokerszene Spieler, die nachwirkend Steuern auf all ihre Gewinne entrichten mussten.

  • Gewinne aus Sportwetten sind in Deutschland grundsätzlich steuerfrei, da sie als privates Glücksspiel gelten.
  • Die Steuerfreiheit gilt für Spieler, nicht für die Buchmacher, die einer speziellen Glücksspielsteuer unterliegen.
  • Professionelle Sportwetter, die gewerblich tätig sind, müssen ihre Gewinne versteuern.
  • Die Abgrenzung zwischen privatem und gewerblichem Wetten ist oft eine Einzelfallentscheidung des Finanzamts.
  • Bei Auszahlungen aus dem Ausland können je nach Land Quellensteuern anfallen.
  • Gewinne aus Wetten bei staatlich nicht lizenzierten Anbietern bleiben ebenfalls steuerfrei, sind aber illegal.

Voraussetzung war hierfür, dass ein Gericht die Einstufung zum Profispieler als Beschluss festlegte. Theoretisch ist ein solcher Gerichtsentscheid für jedes Glücksspiel möglich, die Wahrscheinlichkeit ist bei Lotterien oder Automatenspielen aber deutlich geringer.

  • Die Steuerbehörden können Kontobewegungen überprüfen, wenn der Verdacht auf gewerbliche Betätigung besteht.
  • Ein plötzlicher, hoher Geldzufluss ohne erkennbare Quelle kann eine Steuerprüfung auslösen.
  • Es gibt keine Meldepflicht der Buchmacher an deutsche Finanzämter für Spielergewinne.
  • Bei grenzüberschreitenden Aktivitäten kann das Doppelbesteuerungsabkommen relevant sein.

Obwohl es zu einem Teil von der Kulanz des Finanzamts abhängt, welcher Spieler als „Profi“ eingestuft wird, gibt es einige Kriterien, an denen sich auch Steuerberater orientieren können.

Warum werden Gewinne nicht versteuert?

Wer etwa zehn Euro auf ein Spiel setzt, sieht sich nicht selten mit einem zusätzlichen Steuerabzug konfrontiert oder erhält für denselben Einsatz geringere potenzielle Gewinne als bei einem Anbieter ohne deutsche Lizenz. Spielbanken unterliegen einer eigenen, landesrechtlich geregelten Spielbankabgabe, die sich an Bruttospielerträgen orientiert. Diese Abgabe kann je nach Bundesland unterschiedlich hoch sein. Auch für Spielhallen und klassische Geldspielgeräte gibt es gesonderte Regelungen: Hier wird oft eine pauschale Steuer auf Basis der Gerätezulassung oder Einnahmen fällig, zusätzlich zur Umsatzsteuer auf die Betreiberleistungen. Ein häufiger Irrtum betrifft die Besteuerung von Glücksspielgewinnen durch Privatpersonen.

Großer Gewinn, große Geste – aber denk an die Schenkungssteuer

Grundsätzlich gilt: Wer gelegentlich an Glücksspielen bet wetten online bonus ohne einzahlung teilnimmt, muss erzielte Gewinne nicht versteuern – sofern es sich nicht um eine gewerbliche Tätigkeit handelt. Wer allerdings regelmäßig, systematisch und mit Gewinnerzielungsabsicht spielt, kann unter Umständen als gewerblich tätige Person eingestuft werden. Auch Influencer oder Streamer, die ihr Glücksspiel mit kommerzieller Absicht verbinden, sollten genau hinsehen. Die aktuelle Ausgestaltung der Glücksspielsteuer ist nicht unumstritten. Kritiker bemängeln, dass die fünfprozentige Steuer auf Online-Einsätze zu einer strukturellen Benachteiligung legaler Anbieter führe, da illegale Plattformen sich der Abgabe entziehen.

Muss man Sportwetten versteuern?

Zudem wird diskutiert, ob die Besteuerung der Einsätze anstelle der Gewinne noch zeitgemäß sei. Auch die Frage, wie Spielerschutz und Steuerpolitik besser miteinander in Einklang gebracht werden können, steht regelmäßig im Fokus politischer Debatten. Die Glücksspielsteuer in Deutschland regelt weit mehr als nur den Umgang mit Lotterien oder Spielhallen. Durch die Einbeziehung digitaler Angebote wie Online-Casinos und virtueller Automatenspiele ist ein vielschichtiges System entstanden, das sowohl Anbieter als auch indirekt Spielende betrifft. Besonders die Besteuerung von Einsätzen statt Gewinnen sorgt regelmäßig für Kritik – gerade mit Blick auf den Spielerschutz und die Wettbewerbsfähigkeit legaler Anbieter im Vergleich zu nicht lizenzierten Plattformen.


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