4 StGB wird, wer für ein öffentliches Glücksspiel wirbt, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
Für Influencer, Streamer, Affiliates oder Plattformpartner ist das deshalb kein bloßes Reputationsproblem, sondern kann im Einzelfall auch strafrechtliche Folgen haben.
Oddset war daraufhin auf Werbekampagnen unter der Dachmarke Lotto umgeschwenkt. "Der Passus in der Richtlinie hört sich so an, als wolle man diese Umgehung im Nachhinein legitimieren", mutmaßt ein Branchenexperte. So oder so dürften die auf 18 Seiten erläuterten Werberestriktionen das erwünschte Austrocknen des Grau- und Schwarzmarktes deutlich erschweren: "Legale Angebote können nur dann den illegalen Anbietern Marktanteile abnehmen, wenn sie auch werben dürfen", resümiert VDZ-Geschäftsführer Christoph Fiedler. Ohnehin steht die neue deutsche Glücksspielregelung auf tönernen Füßen: Seitens der EU-Kommission etwa hat man bereits Zweifel angemeldet, ob die Beschränkung der Sportwettenlizenzen auf 20 gerechtfertigt ist; etwaige Störfeuer aus Brüssel sind daher nicht auszuschließen. Schon der letzte Glücksspielstaatsvertrag war in der EU auf Widerstand gestoßen.
Der Europäische Gerichtshof hatte im Herbst 2010 das deutsche Glücksspielrecht für unzulässig erklärt. Ein Dorn im Auge war den Richtern damals vor allem die mangelnde Kohärenz der Regelung. So wurde das staatliche Monopol auf Lotto und Sportwetten damit begründet, dass staatliche Anbieter die Bürger am besten vor Spielsucht schützen können. Das ungleich suchtgefährdendere Automatenspiel durfte weiter von privaten Anbietern abgewickelt werden. Die Werbung für Glücksspiele in Deutschland unterliegt strikten gesetzlichen Regelungen, die im Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) festgelegt sind.
Ziel der Bestimmungen ist es, ein legales Glücksspielangebot zu schaffen, das den Spielbetrieb in geordneten Bahnen ablaufen lässt. Werbung ist ein zentraler Punkt hierbei – wir zeigen, welche Werbemaßnahmen erlaubt sind und welche nicht. Gemäß § 5 Abs. 1 GlüStV 2021 dürfen Anbieter mit einer gültigen Lizenz für ihre erlaubten Glücksspiele werben. Solche Anbieter sind, wie zum Beispiel Löwen Play, über ein GGL-Siegel und Hinweise in der Fußzeile zu erkennen. Dass Behörden und Gerichte dieses Feld längst im Blick haben, zeigen mehrere Entscheidungen aus den vergangenen Jahren.
| Jahr | Gesamtwerbeausgaben (geschätzt in Mio. €) | Anteil TV-Werbung | Größte Werbetreibende (Beispiele) |
|---|---|---|---|
| 2022 | ~ 350 | ca. 45% | Tipico, bet365, Lotto Brandenburg |
| 2023 | ~ 400 | ca. 40% | Bet-at-home, Mybet, Staatliche Lotterien |
| 2024 | ~ 380 | ca. 35% | Interwetten, Lotto Hessen, Pokerstars |
| 2025 (Prognose) | ~ 370 | ca. 30% | Online-Casinos (neu lizenziert), Sportwetten |
Das OVG Sachsen-Anhalt hielt 2023 Verbote von Influencer-Marketing, Werbung durch Streamer und Affiliate-Werbung mit Partnern, die auch für illegales Glücksspiel werben, im Eilverfahren für voraussichtlich rechtmäßig.
TikTok selbst erlaubt Glücksspielanzeigen laut eigener Werberichtlinie nur in bestimmten Märkten, unter Einhaltung lokaler Regeln und nicht gegenüber Minderjährigen. Maßgeblich bleibt in Deutschland aber nicht die Plattformregel, sondern das deutsche Glücksspielrecht. Noch heikler wird es, wenn für Angebote geworben wird, die in Deutschland gar nicht erlaubt sind. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder weist ausdrücklich darauf hin, dass öffentliche Glücksspiele in Deutschland nur mit behördlicher Erlaubnis zulässig sind und dass auch Werbung für unerlaubte Glücksspiele verboten ist. Hinzu cas casino mit 1 euro einzahlung bonus kommt der strafrechtliche Rahmen: Nach § 284 Abs. 2024 bestätigte dasselbe Gericht zudem die Rechtsauffassung der GGL, wonach selbst Streamern mit Sitz im Ausland die Werbung für unerlaubte Online-Glücksspiele untersagt werden kann, wenn der deutschsprachige Content auf Deutschland ausgerichtet ist.
| Pflichtelement | Gesetzliche Vorgabe | Mindestgröße / Dauer | Beispielformulierung |
|---|---|---|---|
| Glücksspiel kann süchtig machen | § 5a GlüStV | 20% der Werbefläche oder 10% der Sendezeit | "Glücksspiel kann süchtig machen. Mehr Infos unter: BZgA.de" |
| Alterskennzeichnung | JuSchG, GlüStV | Klar lesbar / hörbar | "Erst ab 18 Jahren. Glücksspiel kann süchtig machen." |
| Anbieterkennzeichnung | § 5a GlüStV | Klar erkennbar | "Angebot der [Firmenname], staatlich lizenziert." |
| Sperrdatei-Hinweis | § 5a GlüStV | Im Text enthalten | "Verantwortungsvoll spielen: OASIS-Sperre möglich." |
Das zeigt: Auch wer aus dem Ausland streamt, ist nicht automatisch außerhalb der Reichweite deutscher Aufsicht.
Eine Studie zeigt: Expert:innen tippten häufiger richtig als ein… Werbung für Glücksspiel ist in Deutschland nur eingeschränkt erlaubt. Die Bestimmungen werden im Glückspielstaatsvertrag geregelt und hängen vom Gefährdungspotenzial des speziellen Glücksspielangebots ab. Die Werbung darf sich nicht an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Gruppen richten. Sie darf auch nicht irreführend sein, was die Gewinnchancen oder die Höhe des Gewinns betrifft. Wenn Sie denken, dass konkrete Werbemaßnahmen gegen bestehende Richtlinien verstoßen, können Sie sich an den Deutschen Werberat richten, um eine Stellungnahme des betreffenden Unternehmens zu erwirken: Bei "Check Out" erhalten Sie persönliche Unterstützung von professionellen Berater:innen.
Eine Studie zeigt: Expert:innen tippten häufiger richtig als ein… Blinkende Lichter, Countdown-Angebote, Pop-ups, die zum Weiterspielen drängen. Glücksspiel-Streams sind längst Teil großer Streaming-Plattformen. In Deutschland gilt zunächst ein einfacher Grundsatz: Öffentliche Glücksspiele dürfen nur mit deutscher Erlaubnis veranstaltet oder vermittelt werden. Der Glücksspielstaatsvertrag erlaubt Werbung nur für erlaubte Glücksspiele und sieht zugleich vor, dass in den Erlaubnissen konkrete Vorgaben für Werbung im Fernsehen, im Internet sowie auf Video-Sharing-Diensten festgelegt werden können. Werbung darf sich nicht an Minderjährige oder vergleichbar gefährdete Gruppen richten, sie darf nicht irreführend sein und sie darf auch nicht den Eindruck erwecken, ein redaktioneller Inhalt zu sein (Sponsored Articles). Hinzu kommt die Frage, wie groß das Risiko für junge Nutzer tatsächlich ist.
Übrigens: Auch Influencer müssen sich an die Werberichtlinien halten und haben keinen Gestaltungsspielraum. Die Werbung darf also ebenfalls nur zwischen 21 und sechs Uhr ausgespielt werden, zudem dürfen nur lizenzierte Anbieter beworben werden. Kann die Einhaltung nicht gewährleistet werden, ist ein Verbot der Werbung zulässig. Verstöße gegen die Werbebestimmungen des Glücksspielstaatsvertrags können sowohl für die Anbieter selbst als auch für die Werbepartner erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Folgen haben. Die Regulierungsbehörden der Länder sind dafür zuständig, Verstöße zu ahnden und entsprechende Sanktionen zu verhängen.
Konkret regelt § 9 Abs. 1 GlüStV 2021, dass Behörden gegen Anbieter, cas online casino bonus ohne einzahlung 2026 österreich die gegen Werbevorschriften verstoßen, Maßnahmen ergreifen können. Diese reichen von einfachen Verwarnungen über Untersagungsverfügungen bis hin zu hohen Bußgeldern und dem Entzug der Glücksspiellizenz. In schweren Fällen können die Strafen sich auf mehrere hunderttausende Euro summieren. Eine weitere Möglichkeit, gegen illegale Werbung vorzugehen, ist die Sperrung illegaler Angebote und der zugehörigen Werbeplattformen.
Gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 4 GlüStV können Behörden den Internetdienstleister dazu auffordern, den Zugang zu illegalen Glücksspielseiten zu blockieren. Zusätzlich können Zahlungsanbieter dazu angewiesen werden, Transaktionen mit nicht lizenzierten Glücksspielanbietern zu unterbinden. Wer sich gut im Sport auskennt, müsste doch auch erfolgreicher wetten können, oder? Eine aktuelle Statistik der britischen Gambling Commission zeigt, dass 2024 rund 69 Prozent der 11- bis 17-Jährigen Glücksspielwerbung oder -promotion aus mindestens einer Quelle wahrgenommen haben.
49 Prozent nannten Social Media, 36 Prozent Live-Streaming- oder Video-Plattformen.
17 Prozent gaben an, gamblingbezogenen Accounts oder Inhalten auf Social Media und Streaming-Plattformen zu folgen; TikTok wurde dabei von 10 Prozent genannt. Auch wenn diese Zahlen nicht aus Deutschland stammen, zeigen sie deutlich, wie präsent Glücksspielinhalte in jugendnahen digitalen Umgebungen sind.
| Verbotene Praxis / Inhalt | Rechtsgrundlage | Typische Form | Sanktion / Konsequenz |
|---|---|---|---|
| Ansprache Minderjähriger | JuSchG, GlüStV | Werbung in Kinderformaten, mit Jugendidolen | Bußgeld, Unterlassungserklärung |
| Irreführende Gewinnversprechen | UWG, GlüStV | "Sichere Gewinne", "Garantierte Auszahlung" | Abmahnung, wettbewerbsrechtliche Klage |
| Verschleierung des Suchtrisikos | GlüStV, Heilmittelwerbegesetz | Darstellung als harmlose Freizeitbeschäftigung | Ordnungswidrigkeit, Bußgeld |
| Werbung für nicht lizenzierte Anbieter | GlüStV § 4, § 5 | Jegliche Werbung für Offshore-Casinos ohne DE-Lizenz | Bußgeld, Zugangssperren durch ISPs |
Eine systematische Review von 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass soziale Medien für Glücksspielanbieter ein besonders attraktiver Werbekanal
Für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele gilt im Rundfunk und Internet zudem täglich zwischen 6 Uhr und 21 Uhr ein Werbeverbot. Das bedeutet für Creator und Influencer: Selbst wenn ein Anbieter legal ist, ist damit noch längst nicht jede Form der Vermarktung zulässig. Gerade auf Plattformen wie TikTok und Twitch verschwimmen die Grenzen zwischen Unterhaltung, Empfehlung und Werbung. Genau deshalb ist das BVerwG-Urteil so wichtig. Es zeigt, dass nicht nur der klassische Werbespot problematisch sein kann, sondern unter Umständen auch Imagekommunikation oder Content, der vordergründig harmlos wirkt, aber faktisch die Nachfrage nach einem Glücksspielangebot fördern soll. sind und dass vor allem Kinder und Jugendliche einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, durch solche Inhalte beeinflusst zu werden.
Diese Werbung muss jedoch immer den Zielen des § 1 GlüStV 2021 entsprechen und darf nicht irreführend sein oder zur Teilnahme an illegalem Glücksspiel animieren. Insbesondere ist es untersagt, die Werbung an Minderjährige oder vergleichbare gefährdete Zielgruppen zu richten. Es darf nie der Eindruck erweckt werden, dass Glücksspiel eine Lösung für finanzielle Probleme darstellen kann. Beispiel: Irreführend ist Glücksspielwerbung beispielsweise dann, wenn zu hohe oder unrealistische Gewinne sowie absurde Versprechungen gemacht werden. In diesem Fall unterliegt die Werbung einem Verbot und Sie sollten diese melden, wenn Ihnen ein unseriöser Anbieter auffällt.
Für bestimmte Arten von Glücksspiel gelten zeitliche Restriktionen, was die Ausstrahlung angeht. So ist beispielsweise Werbung für Online-Glücksspiele, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele im Fernsehen und Internet zwischen 6 Uhr und 21 Uhr verboten (§ 5 Abs. 2 GlüStV 2021). Diese Regelung dient dazu, Minderjährige und andere gefährdete Gruppen vor einer unrechtmäßigen Beeinflussung zu schützen. Der Rundfunk darf entsprechende Werbespots also nur nach 21 und cas online casino österreich slots vor sechs Uhr ausspielen.
Jede Ausstrahlung muss zudem aufgezeichnet und auf Verlangen der Aufsichtsbehörde vorgezeigt werden. Im Internet gelten separate Regelungen für die Ausstrahlung von Glücksspielwerbung. Sie darf beispielsweise nicht auf Webseiten platziert werden, die überwiegend von Minderjährigen besucht werden. Zudem ist sicherzustellen, dass die Inhalte auf den sozialen Medien nicht absichtlich vermehrt an Minderjährige ausgespielt werden. Affiliate-Marketing ist grundsätzlich zulässig, allerdings müssen die Affiliates sicherstellen, dass es sich um einen lizenzierten Anbieter handelt, welcher die gesetzlichen Bestimmungen einhält.
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